Sant Joan: Wenn die Sonne tanzt

Sommersonnenwende auf Mallorca

Am längsten Tag des Jahres wird an vielen Orten der Welt gefeiert – und natürlich auch auf Mallorca. Obwohl die Sommersonnenwende am 21. Juni stattgefunden hat, wird auf der Insel die „Nit de Sant Joan“, die Johannisnacht, vom 23. auf den 24. Juni 2017 begangen. Das größte Fest steigt im Parc de la Mar in Palma, Mallorcas Hauptstadt. Aber auch in Felanitx, Son Servera, Muro, Deià, Mancor de la Vall, Calvià und Sant Joan wird diese magische Nacht geradezu zelebriert.

Das Feuer steht im Mittelpunkt der  Sommersonnenwende. Johannisfeuer werden in dieser Nacht in allerorten entfacht. Dazu sorgen feuerspeiende Dämonen, Musik und Tanz für Stimmung. Der mystische Augenblick nähert sich egegen Mitternacht, wenn ganz Mutige über brennende Holzscheite springen, andere tanzen um die lodernden Flammen herum – als ein Ritual der Reinigung.

Sommersonnenwende auf Mallorca

Feierlustige treffen sich an den  Stränden, setzen sich um das Lagerfeuer, haben Getränke und Kerzen dabei. Um Mitternacht springen einige ins Meer, um ein reinigendes Bad zu nehmen, das sie von bösen Geistern befreien soll. Schwimmkerzen schaukeln auf der Meeresoberfläche.

Im Parc de la Mar von Palma steigt alljährlich die „Nit del Foc“ (Nacht des Feuers) am 23. Juni. Musikbands zeigen, was in ihnen steckt, Teufelsbanden machen die Gegend unsicher. Der Spuk beginnt in der Dämmerung und geht bis zum frühen Morgen. Zu Mitternacht dann erstrahlt es ein großes Feuerwerk am Himmel. Zehntausende sind alljährich bei diesem Fest unterhalb der Kathedrale mit von der Partie.

Im Ort Sant Joan im Zentrum der Insel trägt das Fest einen anderen, seinen eigenen Namen. Es heißt „Festa del Sol quan balla“ (Fest der tanzenden Sonne). Der Sonnenaufgang am Johannistag wird dann vom Santuari de la Mare de Déu de Consolació, das außerhalb des Ortes gelegen ist, beobachtet. Und wer genau hinschaut, sieht gewiss die Sonne „tanzen“. In Felanitx und Sant Llorenç des Cardassar hingegen wird am Johannistag, 24. Juni, gemäß einer alten Tradition der Tanz „Sant Joan Pelós“ aufgeführt, bei dem ein – als heiliger Johannis verkleideter – Mann einen Tanz aufführt und dabei ein Lamm trägt.

Die Mittsommer-Feuer am 21. Juni haben den gleichen Ursprung wie die Johannisfeuer, die in der Nacht zum 24. Juni entfacht werden. Die Sonnenwendfeuer wurden bereits vor Urzeiten in der kürzesten Nacht des Jahres entzündet. Da dieser Brauch bei den Menschen sehr beliebt war, haben die Katholiken dieses Fest religiös umgedeutet und es auf den Tag der Geburt von Johannes den Täufer am 24. Juni „verlegt“…